Im gläsernen Atelier des Modehauses Lumière herrscht am Morgen der Frühjahrspräsentation hektisches Treiben. Stoffbahnen rauschen, Nähmaschinen surren, und über allem schwebt der Duft von frisch gebügeltem Seidentaft. Doch als Chefdesignerin Vivienne Marchand den Tresor öffnet, ist die Mappe mit ihrem Geheimentwurf – dem "Mitternachtskleid" – verschwunden.
Nur Stunden vor der großen Schau ist der wertvollste Entwurf der Saison gestohlen. Wer auch immer ihn besitzt, könnte ihn an die Konkurrenz verkaufen und Lumière ruinieren. Die Polizei sperrt das Atelier ab.
Vier Personen hatten in der Nacht Zugang zum verschlossenen Tresorraum. Eine von ihnen lügt – und trägt den Schlüssel zur Wahrheit unsichtbar am Stoff.
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Der Täter ist Marek Voss, der Sicherheitschef. Die karminrote Wollfaser am Tresorgriff (Hinweis 2) stammt von einem Pullover, den nur das technische/Sicherheitspersonal trägt – das schließt Designer und Schneider aus. Zudem konnte nur der Sicherheitsdienst die Flurkamera vom Terminal deaktivieren (Hinweis 3), um unbeobachtet zu bleiben. Marek besitzt außerdem einen gültigen Chip (Hinweis 1). Die anderen scheiden eindeutig aus: Selina hatte keinen Zugangschip und konnte den Tresor gar nicht öffnen (Hinweis 1). Tomas telefonierte nachweislich von 23:35 bis 00:05 Uhr aus dem Lager – genau zur Tatzeit um 23:47 (Hinweis 4). Vivienne hatte zwar ein Motiv durch ihre Schulden, war aber ab 23:40 Uhr durchgehend vor sechs Zeugen im Foyer (Hinweis 5). Nur Marek vereint Zugang, Gelegenheit und die belastende Faserspur.